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Dr. Eleonore
Procházka
Maskierte Weizenallergie"
- die Erklärung für viele Rätsel!
Die Weizenallergie
Weizen ist das meistverbreitete
Nahrungsmittel-Allergen bei Erwachsenen (S. Davies, GB
1987), weil in unserer Zivilisationskost so viele
Getreideprodukte enthalten sind. Wer auf Weizen reagiert,
hat meistens auch Probleme mit den anderen
Gluten*-Getreiden. Auf jeden Fall sollte man alle Getreide
einzeln austesten, zum Beispiel mit dem Pulstest nach Coca,
mit dem Eßtest oder anderen Verfahren der
medizinischen Ökologie.
Die Weizenallergie ist selten vom
Sofort-Typ (klassische Allergie*), sondern meistens maskiert
und die Ursache von vielerlei chronischen
Beschwerden.
Symptome
Folgende Symptome wurden besser oder
verschwanden durch Weglassen von Weizen (Gluten):
rheumatoide Arthritis, dauernd
verstopfte Nase, Mandelentzündungen, Myome,
Gewebeschwellung, prämenstruelles Syndrom,
Müdigkeit, Denkstörungen, ernste geistige
Verwirrung, Gelenk- und Muskelschmerzen, Allergien
(Heuschnupfen, Asthma, chronische Bronchitis oder Husten),
hoher und niedriger Blutdruck, Übergewicht,
Migräne, Herzrhythmusstörungen (Puls!), hoher
Cholesterinspiegel, Infektanfälligkeit,
Darmstörungen (auch Morbus Crohn, Colitis ulcerosa,
Durchfälle, chronische Verstopfung), häufiges
Wasserlassen, Augentränen oder Trockenheit,
Ohrbeschwerden, Durchblutungsstörungen, MS und viele
andere.
Nach den Forschungen von C.C.
Pfeiffer, USA, leiden etwa zehn Prozent der Schizophrenen an
Zöliakie* und bessern sich bei einer
Eliminierungsdiät (Weglassen von Weizen). Auch
Depressionen, Epilepsie, Autismus, Aggressivität,
Hyperaktivität und andere psychischen Störungen
können mit einer Weizenallergie
zusammenhängen.
Beispiel: Depressionen
Eine junge Frau (30 Jahre alt) hatte
seit zwanzig Jahren Depressionen und solche
Angstzustände, daß sie sich nicht alleine auf die
Straße traute. Ihr Befinden verschlechterte sich in
einer Frischkorn-Kur. Nach einem dramatischen Weizenentzug
von drei Tagen ging es ihr am vierten Tag gut. Nachdem sie
Glutengetreide etwa drei Monate weggelassen hatte, konnte
sie ab und zu wieder davon essen (Rotationsernährung*).
Ihr Immunsystem hatte sich weitgehend erholt.
Die maskierte Allergie
Allergie heißt wörtlich
Andersreaktion (allos = anders, griechisch).
Das kurze Alarmstadium (Allergie),
vielleicht mit Erbrechen, Durchfall oder Ekzem o.a., beim
Erstkontakt mit Weizen (z.B. Kindergrieß als
Säugling), wird meistens übersehen oder nicht
ernst genommen. Dann paßt sich der Organismus an
diesen (täglichen) Streß an, er maskiert die
Allergie, sodaß sie unsichtbar ist. Diese Anpassung
ist abhängig vom Immun-System und schwächt
es.
Läßt die Abwehr nach,
beginnt das Erschöpfungsstadium, in dem nun die
individuellen Reaktionen auf den Stressor sichtbar werden in
verschiedenen, immer wiederkehren-den Hals- Nasen-
Ohrenbeschwerden, Infektanfälligkeit, chronischer
Bronchitis oder Husten, Darmbeschwerden oder Hautproblemen
wie z.B. Neurodermitis oder Ekzemen.
Nach geraumer Zeit (Wochen, Monaten,
Jahren..) können sich die Symptome verschieben: es
treten allerlei Schmerzzustände auf wie Rheuma,
Arthritis, Migräne, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen
usw.
Das nächste Stadium sind dann die
psychischen Störungen.
So können nach den Beobachtungen
von Dr. Randolph, Chicago, dem Vater der medizinischen
Ökologie, alle möglichen chronischen Beschwerden
auftreten, erst körperliche, dann psychische, durch
unverträgliche Nahrungsmittel oder andere
Umwelteinflüsse, entsprechend unserer biochemischen
Individualität.
Die meisten chronischen und
Altersbeschwerden" können also als das
Erschöpfungsstadium von maskierten Allergien
erklärt werden und sind mit den Methoden der
medizinischen Ökologie vermeidbar durch Demaskierung
und Meiden der Auslöser. Entzug und Provokationstest
können dramatisch verlaufen und müssen
medizinisch-ökologisch begleitet werden.
Auslöser
können tägliche
Nahrungsmittel sein. An erster Stelle stehen
erfahrungsgemäß Weizen und Milch, auch Zucker,
Eier, Schokolade, Kaffee, Schweinefleisch oder andere, je
nach den persönlichen Eßgewohnheiten. Diese
erben" wir nämlich auch neben einer gewissen
allergischen Veranlagung. Maskierte Allergien kommen
familienweise vor.
Besonders verdächtig sind
Lieblingsspeisen und solche, ohne die jemand nicht
leben kann", oder nicht satt wird". Denn dahinter
steckt ein Suchtmechanismus.
Beispiel: Brotsucht
Ein Brotsüchtiger" (5mal
täglich Brot und gerne Nudeln, Pizza) klagte über
Magenschmerzen, Schlaflosigkeit, Hämorrhoiden und
Krampfadern.
Schlaflosigkeit deutet auf eine
Abhängigkeit, bei der der Entzug über Nacht nicht
ausgehalten wird. Durch Erregungszustände wird man wach
und kann nicht mehr einschlafen, meistens so zwischen zwei
und drei Uhr. Das war in diesem Falle Brot, denn die
fünfte Brotmahlzeit schob der Patient erst ein, nachdem
er einmal beobachtet hatte, daß er durchschlief, als
er nach später Heimkehr Brot gegessen hatte. Damit war
die lange Zeit vom Abendessen bis zum Frühstück
unterbrochen, der Entzug fand nicht statt, weil er seinen
Stoff" zu sich genommen hatte.
Nachdem er zwei Monate auf Brot und
andere Getreideprodukte verzichtet hatte, schlief er gut,
und sein Magen war in Ordnung. Seine Hämorrhoiden und
Krampfadern hatte er noch, zog es aber vor, wieder Brot zu
essen, aus Bequemlichkeit. Offensichtlich war der
Leidensdruck nicht groß genug, denn er hätte bei
weitererm Verzicht auf Weizen sicher auch darin
Erleichterung erlebt, wie andere Fälle
zeigen.
Die Alternativen
zu Glutengetreiden sind andere
Körner" wie Reis, Mais, Hirse (auch Getreide),
Buchweizen, Quinoa und Amaranth (andere Familien). Auch
Kartoffelstärke und Sojamehl können probiert
werden.
Chemikalienempfindlichkeit
Maskierten Allergien schwächen
das Immunsystem, sodaß solche Leute besonders
empfindlich auf Umweltschadstoffe (z. B. Holzschutzmittel)
reagieren. Sie werden leicht chemikalienempfindlich und
sollen nur Nahrungsmittel aus ökologischer
Landwirtschaft verwenden. Wichtig ist für sie eine
baubiologische Wohn- und Arbeitsumgebung und die
bewußte Vermeidung von chemischer Belastung
(Putzmitteln, Tabakrauch, Abgasen, Pestiziden, Parfüm
u.a.).
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Gluten
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Klebereiweißgemisch in
einigen Getreidesorten: Weizen, Roggen, Gerste,
Grünkern. Hafer und Dinkel (wenig). Die
Fraktion Gliadin" scheint das Hauptallergen
zu sein.
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Glutenhaltige
Nahrungsmittel
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alle Brotsorten,
Brötchen, Brezeln, Knabberzeug, Gebäck,
Kekse, die meisten Frühstücksflocken und
Cerealien, übliches Mehl (Soßen,
Pudding), Grieß, Nudeln, Pasteten,
Pizza
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Klassische
Allergie
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Sofortreaktion,
Histaminausschüttung, Antikörper,
Immunglobulin E (IgE) erhöht, in Labortests
meßbar. Symptome: Schwellung, Ausschlag,
Juckreiz, Niesen
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Zöliakie
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Gluten-Intoleranz,
Schädigung der Darmschleimhaut, gestörte
Aufnahme von Nährstoffen, dadurch
Nährstoffmängel.Symptome:
Durchfälle, Blähungen, Reizkolon,
schlechter Gesundheitszustand
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Rotationsernährung
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Abwechslungreiche
Ernährungsform, bei der ein bestimmtes
Nahrungsmittel nur einmal in vier bis sieben Tagen
gegessen wird. Dadurch mehr verschiedene
Nährstoffe (Vitamine, Mineralien,
Spurenelemente usw.), Stärkung des
Immunsystems, Vermeidung von Allergien.
Tägliche Nahrungsmittel können
Streß sein, denn unser Körper braucht
drei Tage, um ein Nahrungsmittel
abzubauen.
Sie ist von zentraler
Bedeutung in der medizinischen Ökologie zur
Prävention, Diagnose und Therapie von
maskierten Allergien und chronischen
Beschwerden.
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Literatur:
Superernährung,
Schlank-vital-hellwach-Kost. Rotation. Rezepte
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